Es gibt einige Erkrankungen und Beschwerden, die einen direkten Bezug zur Thematik des Schlafes aufweisen, diesen stören, hervorrufen, von diesem beeinflusst werden oder diesen ihrerseits auf irgendeine Art und Weise beeinflussen. Aus diesem Grund können die nachfolgend aufgeführten Erkrankungen als „Schlafkrankheiten“ bezeichnet werden.

Der Schlaf stellt einen Zustand dar, der sich klar vom Wachzustand abgrenzen lässt und für den Menschen lebensnotwendig ist.

 

Schlafstörung

Die häufigste Erkrankung, die den Schlaf betrifft und somit als eine Schlafkrankheit zu sehen ist, ist die Schlafstörung. Diese kann in zahlreichen verschiedenen Variationen auftreten. Als Schlafstörungen werden allgemein alle Beeinträchtigungen des Schlafes unabhängig ihrer Ursache bezeichnet. So zählen sowohl Einschlaf- als auch Durchschlafstörungen zu den Schlafstörungen. Gemein ist diesen Störungen, dass sie den Schlaf negativ beeinflussen und langfristig zu einer Herabsetzung der Leistungsfähigkeit der Betroffenen führen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Schlaf der Erholung dient. Ist er gestört, kann der Körper sich nicht mehr vollständig erholen, was die Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen kann.

Die Ursachen der Schlafstörungen können sehr verschieden sein. Es muss unterschieden werden in primäre und sekundäre Schlafstörungen. Bei primären Schlafstörungen gehen diese auf keine konkrete, auffindbare Ursache zurück. In diesem Fall kann die Schlafstörung auch als idiopathisch bezeichnet werden. Sekundäre Schlafstörungen hingegen liegen in einer klaren Ursache begründet. Auch eine Unterteilung in extrinsische und intrinsische Schlafstörungen ist möglich. Extrinsische Schlafstörungen gehen auf äußere Ursachen, z.B. Alkohol, Lärm, etc., zurück. Intrinsische Schlafstörungen hingegen haben innerhalb des Körpers liegende Ursachen. Hierzu zählt beispielsweise das Schlaf-Apnoe-Syndrom, bei dem Atemaussetzer meistens in Verbindung mit dem Symptom des Schnarchens auftreten. Die Therapie der Schlafstörung richtet sich nach der ermittelten Ursache. Liegt eine extrinsische Schlafstörung vor, gilt es, den äußeren Verursacher abzuschalten. Bei intrinsischen Schlafstörungen wird die zugrundeliegende Erkrankung behandelt, was die Schlafstörung in der Regel verschwinden lässt. Wird keine Ursache gefunden, wird häufig vermehrt auf die Schlafhygiene geachtet, da eine Beeinträchtigung dieser auch den Schlaf selbst negativ beeinflussen kann. Die Schlafhygiene besteht z.B. darin, dass regelmäßige Schlaf- und Aufwachzeiten festgelegt werden und keine Zeit außerhalb des Schlafes im Bett verbracht wird. Auch psychotherapeutische Methoden und Schlafmittel kommen als Therapieoption in Betracht.

 

Schnarchen

Das Schnarchen ist grundsätzlich ein physikalisches Phänomen. Die Atemwege im Bereich des Gaumens bzw. Rachens fallen aufgrund der abnehmenden Muskelspannung im Schlaf zusammen. Bei engen Atemwegen kommt es zu einem schnellen Luftfluss, der das umliegende Gewebe zum Vibrieren bringt. In den meisten Fällen ist das Schnarchen harmlos. In einigen Fällen kann es jedoch die Erholsamkeit des Schlafes stören und sogar Atemaussetzer hervorrufen. Darüberhinaus stellt es für die Umgebung eine Lärmbelästigung dar. Das Schnarchen sollte ärztlich abgeklärt werden, da es in einigen Fällen lebensbedrohlich sein kann. Es stehen verschiedenste Therapieoptionen zur Verfügung, die von Zahnschienen, über Beatmungsgeräte bis hin zu operativen Eingriffen reichen.

 

Atemaussetzer im Schlaf

Diese werden als Apnoe bezeichnet und sind unter Umständen lebensbedrohlich. Symptomatisch fällt ein Schnarchen mit Atemaussetzern auf. Des Weiteren fühlt der Betroffene sich am nächsten Tag nicht erholt, sondern müde und erschöpft. Bei 20% der Betroffenen tritt kein Schnarchen auf. Zum Teil treten die Atemaussetzer in der Übergangsphase von der Wach- in die Schlafphase auf. Die Therapie erfolgt in Abhängigkeit von der Stärke der Apnoe. Liegt eine leichte Form vor, sind teilweise Verhaltensänderungen ausreichend. Bei schwereren Formen muss eine Überdruckatmung mit Hilfe eines speziellen Gerätes namens CPAP (Continuous Positive Airway Pressure)  durchgeführt werden. In manchen Fällen ist auch ein chirurgischer Eingriff möglich.

 

Narkolepsie

Die Narkolepsie wird auch als Schlafkrankheit bezeichnet und ist den Hypersomnien zuzuordnen. Die Hypersomnien sind Krankheiten, die durch ein erhöhtes Schlafbedürfnis gekennzeichnet sind und umgangssprachlich auch als „Schlafsüchte“ bezeichnet werden. Der Krankheit liegt eine Störung der Schlaf-Wach-Regulation zu Grunde. Typisch sind eine stark erhöhte Tagesschläfrigkeit und Einschlafattacken, die spontan auftreten. Zudem kommt es häufig zur sog. Schlaflähmung, einer Lähmung der Skelettmuskulatur während des Schlafs. Auch Hypnagogie ist möglich. Bei dieser treten Pseudohalluzinationen beim Übergang vom Wach- zum Schlafzustand auf. Zudem kann bei vielen Betroffenen ein von Durchschlafstörungen geprägter Nachtschlaf beobachtet werden. Die Ursachen der Narkolepsie sind nicht abschließend geklärt. Zur Therapie werden Stimulanzien (aufputschende Mittel) z.B. Amphetamin und Antidepressiva verabreicht. Zusätzlich erlernen die Betroffenen Bewältigungsstrategien.

 

Parasomnie

Als Parasomnien werden Verhaltensauffälligkeiten während des Schlafes bezeichnet. Sie stellen eine Sonderform der Schlafstörungen dar. Im Kindesalter sind derartige Auffälligkeiten meist harmlos; bei Erwachsenen hingegen sind sie in der Regel komplexer und bedürfen einer medizinischen Behandlung. Auch das Schlafwandeln zählt zu den Parasomnien. Die Symptome sind unterschiedlich. Treten die Parasomnien häufig auf, bemerkt der Betroffene in der Regel eine fehlende Erholsamkeit des Schlafes, die er sich nicht erklären kann. Die Betroffenen können sich in der Regel nicht an die Auffälligkeiten, die im Schlaf geschehen, erinnern. Werden verbotene Handlungen ausgeübt, liegt eine Schuldunfähigkeit vor, wenn der Betroffene nachgewiesen im Rahmen der Parasomnie handelte. Die Therapie kann durch Verhaltensänderungen, Medikamente oder andere Maßnahmen erfolgen. Sie erfolgt in aller Regel ambulant.

Neben den behandelten Schlafkrankheiten existieren noch zahlreiche weitere. Die oben aufgeführten zählen jedoch zu den am häufigsten auftretenden Schlafkrankheiten.